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der Tanz auf dem Vulkan Gesellschaft Als ich spazieren ging im Park Traf ich dort auf ein Kind. Verschlossen wirkte es und ernst Wie Kinder selten sind.
Es wollt an mir vorübergehn Lief weit nach vorn gebeugt Ich hielt es fest und blieb dann stehn Den Kopf zu ihm geneigt.
Was machst denn Du hier Fragte ich. Es ist doch bitterkalt Da sah das Kind hinauf zu mir Die Augen wissend und alt.
Ich darf nicht mit Fremden sprechen Sagte nun das Kind ganz still Fast wollte ihm die Stimme brechen So, wie bei einem, der gern reden will.
Ich nahm es mit zu mir nach Haus Dort wo es sanft und warm Plötzlich weinte es ganz stumm sich aus Ich nahm es in meinen Arm.
Mit Vorsicht frug ich nach dem Grund Für diese großen Tränen Das Kind sah mich erst prüfend an Begann dann zu erzählen.
Mein Vater findet keinen Job Er ist erst fünfunddreißig. Obwohl ihn jedermann nur lobt Er war stets gut und fleißig.
Die Mutti ist vor Sorge krank Kann keine Kraft mehr geben Ihr ist immerzu nur bang Ums täglich Überleben.
Geschwister sind noch klitzeklein Und kennen schon die Not oft zittern sie und schrein ganz laut Nach einem Stückchen Brot.
In der Schule bin ich nicht mehr gern Darf nicht dazugehören Der andern Freud ist mir so fern Mein Kummer würd nur stören
Wir können kaum das Essen kaufen Haben wirklich gar kein Geld Der Papi fing doch an das Saufen Er glaubt an nichts mehr auf der Welt
Keinem darf ich das erzählen Habs den Eltern fest versprochen Darfst mich nicht mehr länger quälen Habe meinen Schwur gebrochen.
Ich war sprachlos, blieb ganz stumm Konnte es kaum fassen Das wir direkt um uns herum Solch Not geschehen lassen.
Ich packte reichlich Essen ein Brachte das Kind nach Haus Sein zuhause war zwar klein Doch sah gemütlich aus.
Das Kind begann gleich zu erklärn Wer ich, die Fremde sei Bei den Eltern saß ich dann Bekam noch viel zu hörn.
Früher war das Leben schön die Arbeit brachte Geld warum musste das vergehn betrieb wurd eingestellt.
Eine kleine heile Welt Zerbrach in tausend Scherben Was haben wir nur angestellt Das Leben zu verderben
Kein Ausweg mehr, das war die Wende Der Weg in Elend, Not und Pein Vergeblich rang man da die Hände Es zog die neue Armut ein.
Neue Armut, wie spricht sich das leicht Heißt, dass das Geld zum Leben nicht reicht Zuviel zum Sterben, zu wenig zum Leben Und das kann es in der Gegenwart geben
Mit dem Versprechen, wiederzukommen Verließ ich die Familie und das Kind Wie betäubt wie schwer benommen Wie nach einem Schock die Menschen sind.
Die Augen offen, sah ich mich um Und konnte es kaum glauben Was ich entdeckte, machte stumm Wollt schier die Sinne mir rauben.
Die neue Armut kehrt in Windeseile In viele tausend Häuser ein In manchen bleibt sie eine Weile In den meisten wird’s für immer sein.
Du hast so viel dacht Ich bei mir Kannst ruhig etwas hier spenden Und andern geht es grad wie dir An die wirst Du dich wenden
Mit Bitte um Hilfe, Beistand und Rat trete ich heran Ein Narr, der an das Gute so glauben kann Man hat mich nicht einmal eingelassen Mit einem glatten Nein vor der Tür stehen lassen.
Ein jeder ist sich selbst der Nächste Und helfe sich doch selbst, wer kann Dazu noch viele andre Sprüche Die ich mir nicht erklären kann
So viele, die unendlich reich Schwimmend in Luxus und Geld Ihnen ist das Elend gleich Was kümmert sie der Rest der Welt
Mein Scherflein hab ich längst gegeben Doch ist ’s ein Tropfen nur im Meer Zählt heute denn ein Menschenleben In Würde überhaupt nichts mehr?
© Copyright 2005 by Cora Corell
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