Die Bahnfahrt

Wer die Umwelt mag und liebt
Und was auf die Entspannung gibt
Hat was für die und sich getan
Wählt als Bewegung er die Bahn

Na gut, das Bahn fahrn ist recht teuer
Dafür auch ein Abenteuer
Der ganz besondren, dritten Art
Und das schon lange vor der Fahrt

Gleich auf dem Bahnsteig geht es los
Obwohl die Stimmung noch famos
Der schwere Koffer zerrt am Arm
Davon wird dem, der zerrt, ganz warm

Wo fährt der Zug ist dann die Frage
Nicht nur am Ende aller Tage
Sucht man dann einen T-Point auf
Das machen Reisende zuhauf

Da wird so manchem Angst und Bange
Aufgrund der Riesenwarteschlange
Doch diese Hürde wird genommen
Man ist ja schließlich drangekommen

Und erfuhr gleich jetzt und hier
Der Zug geht ab auf Bahnsteig vier
Leider schon in fünf Minuten
Da heißt es aber gründlich sputen

Mitsamt dem Koffer, diesem schweren
Wie gerne würd man ihn entleeren
Da steht der Zug, man fand ihn leicht
Ein leer Abteil wurd auch erreicht

Selig sinkt man in die Kissen
Doch man sollte eines wissen
Dieses ist der falsche Zug
Doch aus Schaden wird man klug

Ist doch egal, wohin man fährt
Die schöne Republik durchquert
Doch da kommt ein Schaffner an
Der das nicht so empfinden kann

Nein sagt er, so geht das nicht
Und bringt in die Sache Licht
So zahlt man brav, wenn auch leicht böse
Ne neue Karte, damit man löse

Das Problem gleich an der Wurzel
Blecht auch den Dackel namens Purzel
Kommt schließlich in Gemünden an
Wo man niemand besuchen kann

Nachdem man solches festgestellt
Man sich nicht gerne hier aufhält
Man sagt sich, man fährt gleich zurück
Doch da verlässt das schnöde Glück

Den Reisenden auf ganzer Länge
In eines Wartehäuschens Enge
Auf einem Bahnsteig voller Leere
Mit dem Koffer voller Schwere

In einem ekelhaften Wind
Weil Bahnsteige stets zugig sind
Steht man erst da und stellt dann fest
Das nichts mehr heut zurückfahrn lässt

Mit andern Worten, man darf bleiben
Isst wütend Mandarinenscheiben
Und hat die Stirne voller Falten
Wie soll das Warten sich gestalten

Leise meldet sich der Magen
Der all das Leid ja mit ertragen
Doch gibt’s nix für den kleinen Hunger
So bleibt nur das Herumgelunger

Auf diesem Bahnhof, der geschlossen
Wo man mit eiskalten Flossen
Per LS wird informiert
Das der Zug noch wird rangiert

Eine Stunde mehr vergeht nun
Ach was solls, halt ne Verspätung
Endlich fährt der Zug dann ein
Koffer und sich selber rein

Leider gibt’s kein Sitzplatz mehr
Und auch kein Abteil ist leer
Ach, die Zeit wird schnell vergehn
Darf man beim Reisen auch mal stehn

Da kann ein schwerer Koffer nützen
Weil man darauf kann auch sitzen
Leider mitten auf dem Gang
Was zu Gedrängel führen kann

Was hält frischer und knackjung
Als ständige Betätigung
Auf und nieder, immer wieder
Da man ja brav und äußerst bieder

Von der linken auf die rechte Seite
Diese Fahrt war eine Pleite
Endlich zu Hause angekommen
Hat ein Taxi man genommen

Das schnellstens hin nach Hause fuhr
Leider fehlt uns jede Spur
Von Erholung wie geplant
Na, wer hätte das geahnt

Es klingelt gleich das Telefon
Dran warn ja, man ahnt es schon
Die Verwandten aus Eichstetten
Die gern Besuch gehabt heut hätten

Wir sagten uns gleich wieder an
Für nächsten Monat – mit der Bahn
Die Bahn, sie kommt – wir halten Schritt
Und fahren wieder mit ihr mit

Kein Schaffner kann uns das vermiesen
Kein leerer Bahnhof uns verdrießen
Ertragen mannhaft jeden Wind
Weil wir gerne standhaft sind

© Copyright 2009 by Cora Corell