My blue Christmas

My blue Christmas

Du! Du! Nur Du! Und Du! Und immer wieder DU!

Silent Night. Ich kann nichts anders denken und fühlen als immer nur dies eine: Du! Wo bist Du jetzt? Was tust Du wohl gerade? Lachst Du mit Ihr? Sprichst Du mit Ihr? Jetzt, da Du ganz und gar frei bist für sie? Wirst Du sie heiraten? Den Rest Deines Lebens, das unseres hätte sein können, mit ihr teilen?

Adventskranz, Tannenbaum, Kerzen und Weihnachtsduft– und wieder kam die große Sehnsucht so wie in jedem anderen der vergangenen Jahre. Diese Sehnsucht, die körperlich schmerzt und die Seele leise schreien lässt. Die sich mit dem scharfen Schmerz der Trennung verbrüdert und niemals aufhört. Die eine Leere als Verbündeten hat, welche sich wie ein Schatten über meine Tage legt. Direkt nebenan wohnt die törichte Hoffnung, die einfach nicht sterben will. Und wenn die Verzweiflung alles andere betäuben und die Oberhand gewinnen will, meldet sie sich zaghaft, aber beständig zu Wort. So ganz sacht, im Hinterstübchen. Mehr traut sie sich nicht.

Meine Augen schmerzen von tausend ungeweinten Tränen. Manchmal sind sie stärker als die erzwungene Würde und brechen als nicht enden wollender Strom wie Sturzbäche hervor. Bis ich den Ozean einer unerfüllten Liebe bis zum Rand voll geweint habe und ein Ufer suchen muss, um nicht darin zu ertrinken.

Kraft und Stärke aufzubringen, wenn man alle Vorräte schon verbraucht hat, ist so unendlich schwer.
Wieder holten mich die vielen schönen Erinnerungen ein, die ich an Dich habe. Ich warte auf den ersten Schnee, weil er mich in Gedanken zu Dir bringt; mich wieder einmal daran erinnert: Weihnachten bin ich zu Haus.

Wait.
Irgendwo und irgendwie hatte ich es tief in mir schon lange vorher gespürt; wusste ich, dass Du gehen würdest. Weil Du gehen wolltest. Musstest? Wie konntest Du Dich nur so einfach und schnell aus meinem Leben stehlen?

Do they know it’s Christmas time?
Alle Freunde wehrten ab, wiesen allein die Möglichkeit weit von sich in das Reich meiner Phantasie. Hielten mich für milde ausgedrückt übersensibel, als ich ihnen davon erzählte. Sie glaubten an Dich. Und an Deine Worte - als Du uns alle belogen hast. Uns versichertest, dass Du nicht gehen würdest. Noch viele Jahre weitermachen wolltest – genauso wie ich es tat.

Der Tag der Wahrheit brauchte noch über ein Jahr. Für diesen Aufschub Deines Abschieds für immer danke ich Dir gerne noch einmal. Doch dann war es soweit: Unwiderruflich! Driving home for Christmas. Unangekündigt! Du standest einfach da und sagtest: Ich höre auf, ich will nicht mehr!“ Du warst immer ein Mann der Tat. Und dann war er so schnell gekommen, der Tag des endgültigen Abschieds. Du hast uns alle und mich besonders zurückgelassen, einfach so am Wegrand stehen lassen. Du hattest einen anderen Weg eingeschlagen; wolltest nicht mehr auf unserer Strasse weitergehen. Weihnachten in Südafrika . Und ich hatte geglaubt, wir hätten etwas ganz Besonderes, etwas Einmaliges. Die rosarote Brille trug sich so bequem und angenehm. Es ist kaum zu ertragen, alle Illusionen und Träume zu verlieren und das grelle Licht der Wahrheit ohne Liebesschmerzschutzfaktor zu verkraften.

Wir hatten beide noch ein anderes Leben, dem wir Tribut zollen mussten. Und müssen. Weihnachtsabend in the city - inmitten vieler Menschen so einsam wie am Ende der Welt. Kannst Du das wirklich? Für den Rest Deiner Jahre? Ich bin mir, was mich betrifft, da überhaupt nicht sicher. Denkst Du so oft an mich wie ich an Dich denke? Fühlst auch Du diesen bittersüßen Schmerz, der von jenem starken Gefühl der Liebe genährt wird? Der tiefen, wahren, einzigen Liebe? Die nicht vergehen kann?

Natürlich, das ganz große schwarze Loch nach der Trennung habe ich überwunden. Und im Alltag verbiete ich mir jeden Gedanken an Dich und unsere Zeit. Keiner merkt mir an, was ich fühle oder denke. Wo bitte gibt’s denn hier noch ’nen Weihnachtsbaum?
Aber meine Fähigkeit, grenzenlos und ohne Schranken lieben zu können, die hast Du mitgenommen, als Du gingst.
Geblieben sind nur ein schaler Geschmack nach gestohlenen Stunden und Blue Christmas. Jahr für Jahr.

Und jedes Jahr wieder diese Blue Christmas. Seit Du nicht mehr da bist, habe ich nur noch die wenigen Kostbarkeiten, die Du mir nicht nehmen konntest. Nicht mit Dir nehmen konntest, weil sie uns beiden gehören. Bilder, Orte, Gerüche. Die Klänge unserer Musik, unsere Restaurants, unsere Hotels. Es gibt so viele Unsere. Ich frage mich, ob auch Du mit Gedanken wie meinen in unseren Erinnerungen spazieren gehst und dabei vor der Stärke des Gefühls erschrickst. Wie nah ist zu nah? Wie tief ist zu tief?

Darf ich Dich mal fragen, ob auch Du nachts keine Ruhe findest, weil die Sehnsucht zu stark und die Gefühle zu groß sind. Du warst ich und ich war Du! Das wird uns immer bleiben. Und doch ertappe ich mich dabei, dass ich für eine einzige Stunde Dir zusammen alles andere bedenkenlos hingeben würde.

Silent Night. Da gibt es die bis auf den Grund reichenden Spuren Deiner zu seltenen Nähe in meinem Herzen. Wir werden immer zueinander gehören. Weil wir Seelenverwandt sind. Weil wir wie Sterne in der Nacht sind, die man von überall und weither leuchten sieht. Und denen man gerne folgt, weil sie den weg weisen.
Sweetheart; Du hast Dich tief in meine Seele tätowiert. Für alle Zeit. Solange ich lebe, atme und fühle, wird dies nie vergehen. Dein Zimmer in meinem Herzen wird niemals frei. My Christmas ohne Dich ? Undenkbar! Und wenn sie noch so blue ist. Lass unsere Gedanken sich treffen und unsere Seelen werden English Waltz zusammen tanzen. So, wie es immer war.

Wie auch immer es uns beiden jetzt und in der Zukunft gehen mag, Ich wollt’ Dir nur frohe Weihnachten wünschen - Happy Christmas, my Love. Yours forever.