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Sitzpinkler
Sitzpinkler
Einlauf
„Denn es wird herrschen die vollkommene Dunkelheit über den Geist des Mannes viele Jahrtausende. Doch dann hebt an ein fürchterlich Jammern und Wehklagen unter den Weibern. Und siehe, es wird ein Aufschrei durch das männliche Volk gehen, auf das es sich beim Pinkeln nicht setzen müsse. Und es wird ein Krieg ausbrechen und all Jene verderben, die zwischen die Fronten geraten. Doch fürchtet Euch nicht. Denn die Weisheit und Einsicht werden Euch in Gestalt der Weiber schon heimleuchten und es wird wieder Frieden sein zwischen den Geschlechtern.“Zitat aus „Cora Corell 02* - Das Wort zum Manne“
Hinweis: Das Lesen der nachfolgenden Geschichte kann schwerwiegende Folgen für die männliche Psyche nach sich ziehen. Männern und Menschen, die unter psychischen Problemen leiden oder anfällig für zu starkes Mitgefühl und Krisen sind, kann ein Weiterlesen daher nicht empfohlen werden. Für Risiken und Nebenwirkungen, die vor, während und/oder nach dem Genuss der folgenden Geschichte ein- oder auftreten, übernimmt die Autorin keinerlei Haftung.
Gegenanzeigen: Bei ständig oder latent vorhandener Charakterschwäche sowie angegriffenem oder nur geringfügig entwickelten sowie bei nicht vorhandenem Selbstwertgefühl darf diese Geschichte auf keinen Fall genossen werden. Falls eine oder mehrere der vorstehend angegebenen Störungen und/oder Symptome bei Ihnen auftreten sollten, schlagen Sie bitte hingebungsvoll Ihren Buchhändler oder Verleger (na schön, Providerebenfalls) und nicht die Verfasserin. Oder fallen Sie in ein gepflegtes Koma und wachen bei dem Wort ENDE wieder auf. Danke für Ihr freundliches Verständnis.
Vorwort
Wir leben in einer aufgeklärten Zeit. Und einer lockeren Zeit. Mit brandneuen Regeln. Und nicht ganz so neuer Moral. Während die Damenwelt sich innerhalb weniger Jahre aus der Bevormundung und Knechtschaft durch das altbewährte Patriarchats befreien konnte, baute sie flugs das Matriarchat gekonnt und unaufhaltsam weiter aus. Die Herren üben sich derweil in stummem Widerspruch.
Oder marschieren geschlossen in psychologisch betreuten und angeleiteten Selbsthilfegruppen für arbeitslose Holzfäller in Großstädten, taube Klavierstimmer und ähnliche, vom Aussterben bedrohte Lebewesen begriffene Gattungen zum täglichen Frischluftprotest auf Golfplätzen, Tennisparadiesen oder ähnlichen Freizeitangeboten für die Helden der Krampfaderriege.
Wir hatten uns Gäste eingeladen und gaben eines der üblichen Abendessen. Sie wissen schon: 2 – 3 nette Pärchen (weil man als sich seiner Verantwortung bewusster Gastgeber ja hoffnungsfroh mit zumindest einer möglichen Ansage rechnet) aus dem Bekanntenkreis und die eigenen Wenigkeiten.
Nach lukullischem Mahle (also beim Verdauen) in lockerer Runde kamen wir irgendwann zwangsläufig auf das „älteste und reizvollste Thema seit Anbeginn der Menschheit“ – den schier unerschöpflichen Diskrepanzen zwischen den Geschlechtern. Also dem fortwährenden Kampf zwischen Mann und Frau. Eine der anwesenden Damen hatte gerade zugegeben, das eine ihrer Urahninnen das Scheusal mit dem unkontrollierten Biss in den paradiesischen Apfel gewesen sei, als eine gedankenschwere kleine Pause im Gespräch eintrat.
Die Herren schwiegen, weil sie beim Verdauen ebenso gerne wie bei Intimitäten gerne auf das praktische Eidechsenhirn umschalten. Wir Damen dachten glücklich darüber nach, wie befreiend sich doch die Tatsache auf uns auswirkte, dass in der Apfelfrage nun endlich Klarheit herrschte und die Schuldige ein für alle mal gefunden war. Und ob wir ihre hier anwesende Nachfahrin einfach steinigen oder eher zu neuzeitlichen Hinrichtungsmethoden greifen sollten.
Und mitten in diese so herrlich anregende geistige Vorstufe zur praktischen Ausübung zivilisierter und begründeter Gewalt im Interesse der weiblichen Bevölkerungsgruppe (also praktisch der Menschheit) wagte es ein männlicher Gast, die hehren Gedanken mittels einer undeutlich genuschelten Rede rüde zu unterbrechen. Und das nur, weil ihm spontan und zufällig die Erinnerung an die zweite Gehirnhälfte gekommen war.
Gut erzogen plumpsten sämtliche Anwesenden aus ihren jeweiligen Geisteszuständen wieder in die grausame Realität des anheimelnden Salons zurück.
Um daselbst - zuerst sehr widerstrebend, dann andächtig und äußerst interessiert – der zugegebenermaßen spannenden Erzählung des mittlerweile recht weinseligen und darum leicht geschwätzigen Psychologen für Paartherapien und sonstige wasserlösliche Problemfälle zu lauschen.
Er enthüllte uns ein packendes Drama ohnegleichen; ein Männerschicksal, das man nicht einfach verschweigen oder in den unergründlichen Tiefen des prall gefüllten Aktenschranks der Psychologie versenken darf. Aufgrund seiner Brisanz und einmaligen Beschaffenheit muss dieses unerhörte Geschehen unbedingt der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht werden. In diesem fachspezifischen, in völliger Harmonie mit Freud und auch Jung von einem Experten gehaltenen Bericht erfuhren wir also die quälende und zutiefst erschütternde Leidensgeschichte unseres männlichen Helden der Gegenwart, dem Herrn Heinrich Graumann. Und so begegnen auch der werte Leser nun endlich unserem Veteranen im Kampf gegen die Weiberherrschaft.
Unser psychologischer Weinkenner erzählte uns nämlich unter dem Siegel strengster und von uns sofort zugesicherter Verschwiegenheit die folgende Geschichte:
© Copyright 2005 by Cora Corell
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